Baden-Württemberg: Größter Industriestandort Deutschlands und starker Mittelstand

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier

Baden-Württemberg gehört zu den führenden Wirtschaftsregionen in Deutschland und Europa. Das nach Bayern und Niedersachsen drittgrößte Bundesland in Deutschland zeichnet sich aus durch eine mittelständische Wirtschaftsstruktur, eine hohe Produktivität und Innovationskraft und eine niedrige Arbeitslosenrate.

Baden-Württemberg gehört zu den führenden Wirtschaftsregionen in Deutschland und Europa. Das nach Bayern und Niedersachsen drittgrößte Bundesland in Deutschland zeichnet sich aus durch eine mittelständische Wirtschaftsstruktur, eine hohe Produktivität und Innovationskraft und eine niedrige Arbeitslosenrate.

Auf 35.751 Quadratkilometern leben knapp 10,8 Millionen Menschen. Im Südwesten Deutschlands gelegen, grenzt Baden-Württemberg an Frankreich und die Schweiz. Neben der Landeshauptstadt Stuttgart und größeren Städten wie Mannheim, Karlsruhe und Freiburg, gibt es einen starken ländlichen Raum, der mit seiner vielfältigen Land- und Forstwirtschaft und dem Tourismus genauso das Bild von Baden-Württemberg prägt.

Größter Industriestandort Deutschlands mit 1,5 Millionen Beschäftigten

Baden-Württemberg ist ein industrie- und exportintensives Land, in dem einerseits Industriegiganten wie Daimler, Bosch und IBM Deutschland beheimatet sind, andererseits aber auch erfolgreiche kleine und mittelständische Betriebe. Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten bilden mit 99 % aller Betriebe das Rückgrat der Wirtschaft. Der Südwesten Deutschlands zählt über 100 Hidden Champions, mittelständische Weltmarktführer, die hoch spezialisierte technologische Produkte entwickeln und den weltweiten Markt bedienen.

Die Industrie beschäftigt ca. 1,5 Millionen Menschen. Rund ein Viertel der Industrieumsätze entfallen auf den Automobilbau mit seinen vielen Zulieferern, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau (rund 20 %) und der Metall- und Elektroindustrie (jeweils rund 7 %). Auch die chemische, pharmazeutische und optische Industrie spielen eine wichtige Rolle in Baden-Württemberg.

Zudem verfügt das Land über zahlreiche Einrichtungen der Spitzenforschung. Hierzu zählen unter anderem die Institute der Max-Planck-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Stuttgart, das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg sowie die Institute der Fraunhofer Gesellschaft.

Investitionsgüter aus Baden-Württemberg sind weltweit gefragt

In der Industrie hat der Investitionsgütersektor mit den großen Branchen Maschinenbau, Fahrzeugbau und Elektrotechnik eine Vorrangstellung. In diesen drei Branchen werden zusammen 66 Prozent des industriellen Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Über die Hälfte der hergestellten Investitionsgüter wird ins Ausland verkauft.

Baden-Württembergs Unternehmen exportierten im Jahr 2017 Waren im Wert von 201,5 Milliarden Euro. Das entsprach einer Steigerung von 5,6 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig legten nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg die Importe mit 6 % deutlich zu und erreichten mit 170,8 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Spitzenwert.

Die für die baden-württembergische Exportwirtschaft bedeutendste Warengruppe Kraftwagen und Kraftwagenteile verzeichnete im Jahr 2017 einen Rückgang. Der Wert der exportierten Waren sank um 2,9 % auf 45,7 Milliarden Euro und resultierte hauptsächlich aus den Einbußen im US-Geschäft. Die Exportindustrie profitierte von der insgesamt gestiegenen Nachfrage nach Maschinen (+8,2 % auf 41,3 Mrd. Euro), der zweitwichtigsten Gütergruppe. Sehr dynamisch entwickelten sich auch mit einem Plus von 14,4 % die Exporte der pharmazeutischen Erzeugnisse (24 Mrd. Euro).

Frankreich ist zweitwichtigster Handelspartner

Sehr positiv entwickelten sich die baden-württembergischen Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (+5,7 % auf 104,7 Mrd. Euro). Starke Impulse kamen hier 2017 mit plus 7,1 % aus der Eurozone (68,2 Mrd. Euro). Vor allem Frankreich, die Niederlande, Österreich und Italien trugen zu dieser Entwicklung bei. Aus Frankreich (15,5 Mrd. Euro) kamen mit plus 8,7 % starke Nachfrageimpulse. Frankreich nimmt damit den zweiten Platz in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner ein.

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