Bayern, eine dynamische Region mit starkem Mittelstand

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier

Bayern, im Südosten Deutschlands gelegen, zählt 13,1 Millionen Einwohner und ist mit mehr als 70.500 Quadratkilometern das flächengrößte der 16 Länder Deutschlands. Die wirtschaftlich starke Region verzeichnet im Zeitraum von 2000 bis 2018 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 38,7%. Damit belegt Bayern die Spitzenposition im Ländervergleich und ist der Wachstumsmotor Deutschlands.

Was Bayern speziell auszeichnet, sind die enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft sowie der schlagkräftige Verbund aus global operierenden Konzernen, mittelständischen Weltmarktführern und einer breiten Schicht leistungsfähiger, kleiner und mittlerer Unternehmen. Die wirtschaftlich stärkste Region ist der Großraum München mit seiner Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN), dem IT-Sektor (Siemens, Infineon, Microsoft), Medien und Verlagen (ProSiebenSat.1 Media, Vodafone, Hubert Burda Media), der Rüstungsindustrie (Airbus, Krauss-Maffei), und der Touristik (Oktoberfest, Kongresse, Messen).

Leistungsfähiger Mittelstand bietet vier Millionen Arbeitsplätze

Mit knapp 600.000 Unternehmen, rund vier Millionen Arbeitsplätzen und über 190.000 Ausbildungsstellen ist der bayerische Mittelstand dynamisch und leistungsfähig. Über 50 Wirtschaftsorganisationen bündeln ihre Kräfte unter Federführung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und stärken den Freistaat als Mittelstandsland Nummer 1 in Deutschland.

Die Industrie ist der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Bayern. Mehr als ein Viertel der Bruttowertschöpfung wird von den über 7.500 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit ihren rund 1,3 Millionen Mitarbeitern erzielt.

Große Abhängigkeit von der Automobilindustrie

Insbesondere die bayerische Automobilindustrie mit ihren 208 000 Beschäftigten und 106 Milliarden Euro Jahresumsatz und deren Zulieferindustrie stehen vor einem tief greifenden Wandel. In Bayern hängt jeder 15. Arbeitsplatz an der Autobranche. Das langsamere Wachstum der Weltwirtschaft, politische Unsicherheitsherde wie der Zollkonflikt zwischen den USA und China, der Brexit oder Risiken in der Automobilindustrie wirken sich negativ auf die Konjunktur aus. Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der bayerischen IHKs. Negativ auf die Geschäftsentwicklung wirkt sich auch der Fachkräftemangel aus. Neue Wachstumschancen werden zukünftig in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gesehen.

Exporte gehen zurück, Importe steigen

Erstmals seit Jahren verzeichnete die bayerische Wirtschaft einen Rückgang der Exporte. Bayerische Unternehmen exportierten 2018 Waren im Wert von 190,6 Milliarden Euro, 0,1% weniger als im Vorjahr. Die Mitgliedstaaten der EU stellten mit 56,4% die wichtigste Zielregion dar, führende Einzelmärkte sind die USA und China. Die Importe wuchsen um 3,6% auf 185,9 Milliarden Euro. Dies ist der höchste jemals für Bayern erreichte Importwert. 62,2% der Importe bezog Bayern aus den Ländern der EU. Die höchsten Exportwerte erzielte Bayern mit einem Anteil von 30% bei Fahrzeugen sowie elektrotechnischen Erzeugnissen und Maschinen mit jeweils einem Anteil von etwa 18%. Die wichtigsten Importgüter waren elektrotechnische Erzeugnisse (23%) und Fahrzeuge (16%).

Außenhandel mit Frankreich: Fahrzeuge und Maschinen führend bei Ein- und Ausfuhren

Frankreich steht nach den USA, China und Österreich an 4. Stelle der wichtigsten Abnehmerländer Bayerns mit Ausfuhren von 13,4 Milliarden Euro. Bei den Lieferländern belegt Frankreich die 9. Position mit 8,6 Milliarden Euro. Wichtigste Ausfuhrgüter im Außenhandel mit Bayern waren im Jahr 2018 Fahrzeuge, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse.

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