Boomende Tourismusbranche in Deutschland und Frankreich

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier

Der Tourismus spielt wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung und seines Beschäftigungspotentials, aber auch wegen seiner Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt eine wichtige Rolle. Weltweit verreisten im Jahr 2017 über 1,3 Milliarden Menschen. Mit rund 89,3 Millionen ausländischen Besuchern im Jahr 2018 ist Frankreich weltweit das beliebteste Reiseziel. 

Tourismusbranche schafft Arbeitsplätze in Frankreich

Die Tourismusbranche ist neben dem Dienstleistungsgewerbe eine der wichtigsten Einnahmequellen Frankreichs. In der französischen Tourismusbranche arbeiten fast 275.000 Unternehmen. Allein im Jahr 2018 wurden 17.700 Arbeitsplätze in der Gastronomie und 2.000 in der Hotellerie geschaffen.

Nach Angaben der World Tourism Organization verdiente Frankreich im Jahr 2017 mit Touristen 51,6 Milliarden Euro. Das sind 9% mehr als im Vorjahr. Im Vergleich dazu brachte es Deutschland auf 33,8 Milliarden Euro (+4,2%).

Frankreich verbucht Übernachtungsrekord

Nach Angaben von INSEE, wurde im Jahr 2018 mit 438,2 Millionen Übernachtungen französischer und ausländischer Besucher ein neuer Rekord erreicht. Vor allem ausländische Besucher trugen zur hohen Steigerung bei, an erster Stelle Reisende aus Italien, Spanien und Deutschland. Allein im Jahr 2017 bereisten 11,8 Millionen deutsche Touristen das Land und trugen mit 77,9 Millionen Übernachtungen zu den guten Ergebnissen bei. (Quelle: DGE, Banque de France)

Besonders beliebt sind Städtereisen nach Paris. Allein im letzten Jahr haben rund  22,4 Millionen Touristen die Hauptstadt Frankreichs besucht. Die bestbesuchte Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale Notre Dame. Am zweithäufigsten besichtigt wird die römisch-katholische Wallfahrtskirche Sacré Coeur, gefolgt vom Musée du Louvre.

Deutschlandtourismus liegt weiterhin im Trend

Es gibt viele Gründe für eine Reise nach Deutschland. Für europäische Touristen sind die vielfältigen Kulturangebote und Städtereisen nach Berlin, München oder Hamburg besonders attraktiv. Als Top-Destination für internationale Messen zieht Deutschland Geschäftsleute aus aller Welt an.

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland erbringen Dienstleistungen oder erzeugen Güter für den Tourismus. Das sind 6,8 Prozent der Erwerbstätigen. In der mittelständisch geprägten deutschen Tourismuswirtschaft sind nach Branchenangaben über 2.500 Reiseveranstalter, ca. 4.000 Busunternehmen und knapp 10.000 Reisebüros tätig. Darüber hinaus gibt es mehr als 221.000 Unternehmen im Gastgewerbe.

Die touristische Nachfrage sorgt für eine direkte Bruttowertschöpfung von 105,3 Milliarden Euro. Damit hat der Tourismus einen Anteil von 3,9% an der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft. Das ist ein höherer Beitrag als ihn Maschinenbau oder Einzelhandel leisten.

Deutschland ist beliebtestes Reiseziel der Deutschen

Der Boom im Deutschland-Tourismus hat sich auch im Jahr 2018 fortgesetzt. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland stieg um 4% auf 477,6 Millionen (Statistisches Bundesamt). Es war das neunte Rekordjahr in Folge. Die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Ausland erhöhte sich um 5% auf 87,7 Millionen. Bei inländischen Gästen gab es ein Plus von 4% auf 389,9 Millionen.  

Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) kamen im Jahr 2017 die meisten Touristen aus den Niederlanden, der Schweiz und den USA. Frankreich lag mit 3,5 Millionen Touristen auf dem 7. Platz. Für 2030 rechnet die DZT mit rund 121,5 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste. Die meisten Besucher werden weiterhin aus den europäischen Ländern anreisen.

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