Die Wirtschaftsregionen Rheinland-Pfalz und das Saarland sind das Tor nach Frankreich

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier

Tür an Tür mit Frankreich, Belgien und Luxemburg und Teil der Wirtschaftszentren Rhein-Main und Rhein-Neckar, bieten die Wirtschaftsregionen Saarland und Rheinland-Pfalz ausgezeichnete Voraussetzungen für Investoren und mittelständische Unternehmen aus Deutschland und Frankreich.

Mit seiner Frankreichstrategie hat sich das Saarland bereits im Jahr 2015 zum Ziel gesetzt, sich zu einer multilingualen Region deutsch-französischer Prägung und somit zum ersten mehrsprachigen Bundesland Deutschland zu entwickeln. Als einziges deutsches Bundesland ist es mit einer Repräsentanz in Paris vertreten. 

Das Saarland ist mit knapp einer Million Einwohnern und einer Fläche von 2.569 km2 der kleinste der Flächenstaaten Deutschlands. Es grenzt an Rheinland-Pfalz, an die französische Region Grand Est und an Luxemburg. Gemeinsam mit diesen Nachbarn und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die europäische Großregion Saar-Lor-Lux. 

Saarland: Frankreich ist wichtigster Handelspartner

Das saarländische Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2017 rund 35,3 Milliarden Euro. In der saarländischen Wirtschaft waren im Jahr 2018 durchschnittlich 531 700 Personen erwerbstätig. Das waren 0,4 % mehr als im Vorjahr. Zu den bedeutendsten Wirtschaftsbereichen gehören die Automobil- und Automobil-Zuliefererindustrie. Im Wachstum begriffen ist auch der Bereich der Informatik und Informationsindustrie.

Die meisten Einfuhren bezieht das Saarland weiterhin aus Spanien und Frankreich. 2017 hat das Saarland Güter im Wert von 2,3 Milliarden Euro nach Frankreich exportiert (+ 14,23 %) und im Wert von 2,36 Milliarden Euro aus Frankreich eingeführt (+ 2,96 %).

Rheinland-Pfalz, ein Land in der Mitte Europas

Ein kontinuierlich steigendes Wirtschaftswachstum, bundesweit die drittniedrigste Arbeitslosenquote, eine im nationalen Vergleich sehr gute Exportquote sowie eine hohe Wohn- und Lebensqualität: Mit einer gesunden mittelständischen Wirtschaftsstruktur zählt Rheinland-Pfalz zu den führenden Wirtschaftsstandorten Deutschlands.

Mit einer Fläche von 19.854 km2 und mehr als 4 Millionen Einwohnern erwirtschaftete Rheinland-Pfalz im Jahr 2017 ein Bruttoinlandsprodukt von 144 Milliarden Euro (+ 4,2 % gegenüber 2016). Die Zahl der Erwerbstätigen hat mit 2,02 Millionen seinen Höchststand erreicht und lag 1 % über dem Vorjahreswert.

Leistungsfähige Wirtschaftsstruktur in Rheinland-Pfalz

Die größten Industriebranchen sind die Chemie- und Pharmaindustrie, die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, die Metallerzeugung und –bearbeitung, der Maschinenbau und die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie die Getränkeherstellung. Aber auch die Dienstleistungsbranchen und hier nicht zuletzt der Tourismus spielen in Rheinland-Pfalz eine ganz besondere Rolle.

Rheinland-Pfalz ist das Weinland Nummer 1 in Deutschland. Rund 10.000 Betriebe in sechs der 13 deutschen Anbaugebiete produzieren zirka 65 bis 70 Prozent der gesamten deutschen Erntemenge. Im Durchschnitt werden im Land zwischen 6 und 6,5 Millionen Hektoliter Wein geerntet. Der gesamte deutsche Weinexport betrug 2015 rund 1,1 Millionen Hektoliter. An diesen Exporten ist Rheinland-Pfalz mit etwa 90 Prozent beteiligt.

Deutliche Steigerungen beim Export und Import

Begünstigt durch die zentrale Lage des Bundeslandes mit Frankreich als wichtigstem Handelspartner spielt die Außenwirtschaft eine bedeutende Rolle. Die Exportquote beträgt 52 %. Vorrangige Exportgüter sind Vor- und Enderzeugnisse der pharmazeutischen, chemischen und Kunststoffindustrie sowie Fahr- und Nutzfahrzeuge.

Unternehmen aus Rheinland-Pfalz exportierten 2017 Waren im Wert von 55 Milliarden Euro. Das waren 5 % mehr als 2016.  Zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen die EU und der Euroraum. Nach Frankreich wurden insgesamt Waren im Wert von 5,3 Milliarden Euro geliefert.

Die Einfuhren aus den Euro-Ländern lagen mit 20,6 Milliarden Euro um 14 % über dem Niveau von 2016. Der Zuwachs bei den Lieferungen aus Frankreich belief sich dabei auf 14 %. Dazu trug der Anstieg der Einfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 11 % wesentlich bei.

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