Grenzüberschreitend investieren: Deutsche Unternehmen in Frankreich

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier
Februar 2020

Grenzüberschreitende Investitionen lohnen sich für große und mittelständische Unternehmen. Das belegen die steigenden Zahlen deutscher Unternehmen, die im französischen Markt ansässig sind. Denn Frankreich gilt nach wie vor als attraktiver Investitionsstandort für deutsche Unternehmen. Nach Schätzungen der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer und Business France sind derzeit rund 4600 deutsche Unternehmen mit über 310 000 Beschäftigten in Frankreich präsent. Die Banque de France geht von einem deutschen Kapitalstock von 68,4 Milliarden Euro aus.

Deutschland ist zweitgrößter Direktinvestor in Frankreich

Das Jahr 2018 stand nach wie vor im Zeichen der engen wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Frankreich und Deutschland. Mit 180 Projekten war Deutschland der zweitgrößte erwerbsschaffende Direktinvestor in Frankreich, nach den USA und vor Großbritannien. Nach Angaben von Business France haben deutsche Unternehmen 3618 Arbeitsplätze in Frankreich geschaffen. Deutsche Investitionen stellten 14% der ausländischen Investitionsprojekte in Frankreich dar. 14% der gesamten deutschen Investitionen in Frankreich verzeichnet der Handelssektor, 10% der Maschinenbau und 9% die Energiebranche. Die deutschen Investitionen konzentrierten sich vor allem auf die Regionen Ile-de-France (18%), Auvergne-Rhône-Alpes (15%) und Grand Est (14%).

Frankreich konnte sich im Jahr 2018 auch weiterhin als führendes Gastland für arbeitsplatzschaffende Investitionen aus Deutschland positionieren. Demnach entfielen auf deutsche Projekte insgesamt 40 % der Gesamtprojekte im Energiesektor, 31 % der Projekte im Verkehrssektor, 30 % der Projekte im Handel und 26 % in den Sektoren Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobilhersteller.

Frankreich bietet hohes Geschäftspotential für mittelständische Unternehmen

Attraktive Geschäftschancen finden deutsche Unternehmen heute in Frankreich zunehmend in den Wachstumsbranchen. Hierzu zählen die sogenannten Life Sciences (Medizintechnik, Pharmazeutika, Biotechnologie), Umwelttechnologie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Mikro- und Nanotechnologie sowie auch unternehmerische Dienstleistungen (Beratung, Engineering, Software und IT-Dienste). Gerade in diesen Wachstumsbranchen verfügen deutsche Unternehmen über einen internationalen Wettbewerbsvorsprung und somit über hervorragende Marktchancen in Frankreich.

Ausländische Führungskräfte heben Attraktivität Frankreichs hervor

Das aktuelle Attraktivitäts-Barometer für Frankreich 2019 von Kantar für Business France hat ergeben, dass Frankreich für ausländische Investitionen weiterhin attraktiv bleibt. 300 Führungskräfte aus Deutschland, Großbritannien und den USA wurden befragt. Der französische Markt wird von 87 % der Befragten als attraktiv eingeschätzt. Das sind 13 % mehr als im Jahr 2016. Frankreich bleibt damit das zweitattraktivste Land nach Deutschland und vor Großbritannien. Für ausländische Führungskräfte ist Frankreich ein zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort (86 %) und ein Land, das Unternehmertum fördert und ein stabiles juristisches und steuerliches Umfeld bietet (84 %).

Auch das Jahr 2020 beginnt für Frankreich unter guten Vorzeichen. Die französische Regierung hat bestätigt, dass allein in den kommenden Monaten ausländische Investitionen in Höhe von 8 Milliarden Euro geplant sind.

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