Grenzüberschreitende deutsch-französische Ausbildungs-möglichkeiten und Austauschprogramme im Überblick

Rubrik: Gesellschaft Autoren: Jitka Mencl-Goudier

Bewerbern, Studenten und Auszubildenden aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg stehen eine Vielzahl von grenzüberschreitenden Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sowie Austauschprogrammen zur Verfügung. Zu den wichtigsten Institutionen und Programmen zählen die deutsch-französische Hochschule, das Förderprogramm Erasmus+ und die Agentur ProTandem.

Die deutsch-französische Hochschule (DFH)

Die DFH ist ein Verbund von Partnerhochschulen aus Deutschland, Frankreich und – bei trinationalen Studiengängen – anderen europäischen Ländern. Seit 1999 fördert sie die deutsch-französische Kooperation in den Bereichen Hochschulbildung und Forschung. Mit insgesamt 180 integrierten binationalen und trinationalen Studiengängen besteht die Mission vor allem darin,  deutsch-französische Studiengänge zu initiieren, zu evaluieren und finanziell zu fördern. Derzeit nehmen rund 6 500 Studierende und 300 Doktoranden an den von der deutsch-französischen Hochschule geförderten Kooperationen teil.

Deutsche und französische Studierende absolvieren die integrierten Studiengänge gemeinsam in beiden Hochschulsystemen. Dieser hohe Integrationsgrad unterscheidet die integrierten binationalen Studiengänge der DFH von einfachen Austauschprogrammen. Basierend auf einem gemeinsamen Curriculum umfasst das Angebot sowohl grundständige als auch postgraduale Studiengänge, die ihre Fortsetzung in deutsch-französischen Doktorandenkollegs und wissenschaftlichen Veranstaltungen im Forschungsbereich finden.

Das Förderprogramm Erasmus+

Erasmus +, früher bekannt unter dem Namen Erasmus, ist ein Förderprogramm der EU, mit dem vor allem die allgemeine sowie berufliche Aus- und Weiterbildung, Sport und Jugend gefördert werden. Das Austauschprogramm unterstützt die Mobilität von Studierenden, jungen Erwachsenen, Dozenten und ausländischem Unternehmenspersonal. Es ermöglicht Studenten, durch einen drei- bis 12-monatigen Auslandsaufenthalt an einer Universität innerhalb der EU zu studieren oder ein Praktikum zu absolvieren.

Im Rahmen dieses Förderungsprogramms werden auch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen finanziell gefördert. Dadurch haben auch Berufstätige die Möglichkeit, im Rahmen eines Mobilitätsprojektes einen Kostenzuschuss für einen Sprachkurs im Ausland zu erhalten.

Gemäß der Europäischen Kommission haben im Jahr 2017 fast 800.000 Personen das Förderprogramm in Anspruch genommen. Das entspricht einer Steigerung von 10% gegenüber dem Vorjahr.

ProTandem – deutsch-französischer Austausch in der Berufsbildung

ProTandem ist die deutsch-französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung. Seit 1980 fördert sie deutsch-französische Austausche von Jugendlichen und Erwachsenen in der beruflichen Bildung mit jährlich rund 3.000 Teilnehmenden in über 50 Berufsbranchen. ProTandem kooperiert mit deutschen und französischen Bildungseinrichtungen, Kammern, Betrieben, Innungen, Verbänden und überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen.

Das AbiBac – gleichzeitiger Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife und des Baccalauréat

Der gleichzeitige Erwerb von Baccalauréat und Abitur (AbiBac), der im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Jahr 1987 eingerichtet wurde, ist zu einem Bildungsangebot allgemeinen Rechts in Frankreich und in Deutschland geworden.

Mit dem AbiBac wird der Unterricht in Sprache und Kultur des Partnerlands ausgebaut und die Studentenmobilität gefördert. Der Abschluss wird in beiden Ländern anerkannt. Schulabgänger mit Abitur oder Bac erhalten sowohl im eigenen Land als auch im Partnerland eine Hochschulzugangsberechtigung und einen Zugang zu Ausbildung und Berufstätigkeit.

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