Gute Chancen im Auslandsgeschäft

Rubrik: Wirtschaft Autoren: Dieter Gläsener/Jitka Mencl-Goudier

Deutschland ist der drittgrößte Lebensmittelexporteur der Welt. Allein 2017 exportierten die Unternehmen der Branche im Rekordwert von 60,1 Milliarden Euro. 80 Prozent der deutschen Lebensmittelexporte entfallen dabei auf die EU mit Frankreich als zweitwichtigstes Exportziel. Allein aus Deutschland werden pro Jahr Nahrungsmittel für über 5 Milliarden Euro nach Frankreich importiert.

Das exzellente Preis-Leistungs-Verhältnis, die hohe Qualität der Produkte und die Zuverlässigkeit deutscher Hersteller werden weltweit geschätzt. Die exportstärksten Branchen der deutschen Ernährungsindustrie sind die Fleisch- und die fleischverarbeitende Industrie, die Milch- sowie die Süßwarenindustrie. Der Exportanteil dieser drei Branchen liegt insgesamt bei fast 50 Prozent.

Konsumgewohnheiten im Wandel

Die Ernährungswirtschaft gehört auch in Frankreich zu einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren. Bei Business France, der französischen Agentur für die internationale Entwicklung der französischen Wirtschaft, sieht man für all jene französischen Produkte gute Chancen auf dem preissensiblen deutschen Markt, die sich durch besonders hohe Qualität auszeichnen. Durch das veränderte Werte- und Konsumverhalten sei das Interesse an Bioprodukten sowie nachhaltig produzierten und kontrollierten Nahrungsmitteln gestiegen.

Wein und Käse sind französische Exportschlager

Wichtigste französische Exportgüter sind dabei vor allem Wein, Champagner, Cognac und Käse, aber auch weitere Milchprodukte, Fleisch und Fleischwaren. Bei den Einfuhren sind neben den klimatischen Gegebenheiten (Obst und Gemüse) auch die günstigeren Produktionskosten ein Faktor, etwa in der stärker als in Frankreich industrialisierten Fertigung von Fleischwaren in Deutschland. Eine Rolle spielt auch die große Wertschätzung für Spezialitäten und die geographische Herkunft der Waren. Dies gilt besonders für französische Produkte, aber auch für Importwaren.

Frankreich ist nach Deutschland der zweitgrößte Verbrauchermarkt für Bioprodukte in Europa

Im Jahr 2018 bewegte sich das Wachstum des Bio-Lebensmittelmarkts in Frankreich wieder im zweistelligen Prozentbereich: 2018 berechnete die Agence Bio ein Plus von 16 Prozent. Damit ist der Umsatz ökologisch-biologischer Produkte in Frankreich auf 8,4 Milliarden Euro angestiegen. Um die vier Prozent des Gesamtverbrauchs der französischen Haushalte werden inzwischen mit Bio gedeckt.