Hessen – eine wirtschaftsstarke Region mit florierendem Mittelstand

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier

Hessen ist eines der wirtschaftlich erfolgreichsten deutschen Bundesländer und zugleich auch eine der dynamischsten europäischen Wirtschaftsregionen. Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt die Region mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 292 Milliarden Euro im Bundesvergleich an fünfter Position. (Quelle: Statista)

Im Herzen von Deutschland gelegen, leben auf einer Gesamtfläche von 21.115 km² rund 6,2 Millionen Einwohner. Verkehrsgeografischer Mittelpunkt ist das Rhein-Main-Gebiet, das von einem besonders dichten Autobahnnetz durchzogen ist. Der internationale Flughafen von Frankfurt am Main ist nach London-Heathrow Europas zweitgrößter Passagierflughafen. Der Ballungsraum Rhein-Main besitzt nach dem Ruhrgebiet auch die größte Industriedichte in Deutschland. Hier sind vor allem die chemisch-pharmazeutische Industrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Elektro- und Elektronikindustrie konzentriert. Im Ballungsraum um Kassel sind der Waggon-, Lokomotiv- und Kraftfahrzeugbau vertreten.

Eine große Bedeutung kommt dem Dienstleistungssektor zu. Besonderen Anteil daran haben Frankfurt am Main und die Landeshauptstadt Wiesbaden. Frankfurt am Main ist das bedeutendste internationale Finanz-, Handels- und Messezentrum Deutschlands. In Wiesbaden sind viele Landes- und Bundesbehörden sowie Versicherungsunternehmen angesiedelt.

Ausgeprägter Mittelstand und attraktiver Standort für internationale Firmen

Die hessische Wirtschaft wird geprägt durch kleine und mittlere Unternehmen, die über 90 % aller hessischen Unternehmen stellen. Nahezu zwei Drittel aller Beschäftigten sowie 80 % aller Auszubildenden sind bei mittelständischen Unternehmen beschäftigt.

Hervorzuheben ist Hessens Attraktivität als Unternehmensstandort für internationale Unternehmen. Rund 12.000 ausländische Firmen sind in Hessen zu Hause. Allein im Jahr 2017 wurden 173 Neuansiedlungsprojekte verzeichnet, davon kamen 44 Firmen aus den USA und 23 aus der Volksrepublik China. Frankreich zählte 9 Ansiedlungsprojekte. Damit bleiben die USA neben China für Hessen das wichtigste Herkunftsland ausländischer Direktinvestitionen. Gleichzeitig fließen über ein Drittel der hessischen Direktinvestitionen in die EU-Länder. (Quelle: Hessen Trade & Invest)

Zuwächse bei hessischen Importen und Exporten

Hessische Wirtschaftsgüter sind Exportschlager. Im Jahr 2017 wurden Waren im Wert von 62,3 Milliarden Euro exportiert, das entspricht einem Wachstum von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr. 65,9 % der gesamten hessischen Ausfuhren wurden ins europäische Ausland exportiert. Die Rangliste der wichtigsten Exportgüter führten die chemischen und pharmazeutischen Erzeugnisse mit einem Volumen von 17,2 Milliarden Euro an. Das macht mehr als ein Viertel des gesamten hessischen Exports aus. Es folgen Produkte des Maschinen- und Fahrzeugbaus sowie der Elektrotechnik. Diese Warengruppen sind gleichzeitig auch die wichtigsten Importgüter mit einem Wert von 47 Milliarden Euro. (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)

Auf der Einfuhrseite verzeichnete Hessen im Jahr 2017 mit einem Importvolumen von 93,5 Milliarden Euro einen Zuwachs von 8,5 %. Das größte Importvolumen erreichten elektrotechnische Erzeugnisse, gefolgt von Chemie- und Pharmaprodukten – mit einem Anteil von zusammen über 30 % der Gesamteinfuhr.

Aus Frankreich, einem der wichtigsten europäischen Handelspartner Hessens, wurden 2017 Güter in Höhe von 4,80 Milliarden Euro eingeführt und gleichzeitig Waren in Höhe von 4,82 Milliarden Euro aus Hessen nach Frankreich ausgeführt. (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)

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