Klimawandel: Neue Herausforderungen für Immobilieninvestoren

Rubrik: Wirtschaft Autoren: Dieter Gläsener / Jitka Mencl-Goudier

Klimawandel, Urbanisierung und demographischer Wandel sind bedeutende Herausforderungen unserer Zeit.  Die Immobilien- und Wohnungswirtschaft ist nicht nur ein relevanter Akteur im Klimaschutz zur Reduktion von Treibhausgasen, Immobilien werden auch zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein und sich neuen Anforderungen stellen müssen. Klimaschutz und Klimaanpassung sind mittlerweile wesentliche Aufgaben der Zukunftssicherung, für die insbesondere Strategien in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft gefragt sind.

Nachhaltige Immobilien oder sogenannte grüne oder umweltfreundliche Gebäude können hinsichtlich des Klimawandels einen wesentlichen Beitrag leisten, denn etwa ein Drittel aller weltweiten CO2-Emissionen stammt gemäß den Angaben des UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) aus dem Immobiliensektor. Immobilien sind außerdem für 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und 50 Prozent des Verbrauchs von Bodenschätzen verantwortlich.

Hohe Wachstumsraten im Markt für umweltfreundliche Immobilien

Mittlerweile beziehen auch Immobilieninvestoren Klimarisiken in ihre Investitionsentscheidungen ein. Ein Instrument sind zertifizierte Green Buildings.

Nachhaltigkeit bei Immobilien hat viele Facetten und lässt sich nicht ohne weiteres erfassen. Aus diesem Grund lassen Projektentwickler und Eigentümer die Nachhaltigkeit ihrer Objekte beispielsweise mit Green Building-Zertifikaten klassifizieren. Zu den gängigsten Zertifizierungen gehören das amerikanische LEED (Leadership in Energy and Environmental Design), das deutsche DGNB-Label (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) und das französische Nachhaltigkeitszertifikat HQE.

Die Studie «Global Green Building Market Outlook 2020» schätzt die jährliche Gesamtwachstumsrate des Marktes für umweltfreundliche Immobilien zwischen 2015 und 2020 auf 13 Prozent. Die Nachfrage nach grünen Immobilien ist vor allem aufgrund des höheren Engagements institutioneller Anleger im Hinblick auf ökologische, soziale und Governance-Kriterien («Environmental, Social und Governance», ESG) stark angestiegen. So wird beispielsweise laut einer Prognose des Beratungsunternehmens Grand View Research der Wert des Sektors für ökologische Baustoffe massiv steigen und bis zum Jahr 2022 rund 365 Milliarden US-Dollar erreichen.

Allein in Deutschland konnten Ende 2017 fast 1.600 Green Building erfasst werden. Dies entspricht laut BNP Paribas Real Estate einer Steigerung von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ausgelöst vor allem durch den wachsenden Anteil zertifizierter Objekte im Neubausegment.

Höhere Renditen aus nachhaltigen Immobilien

Anlagen in umweltfreundliche Gebäude bekämpfen nicht nur den fortschreitenden Klimawandel, sondern sind auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Diverse Marktstudien zeigen höhere Renditen aus nachhaltigen Immobilien im Hinblick auf höhere Verkaufspreise (bis zu 30 %) und Mietpreise (bis zu 10 %). Anleger mit mittel- und langfristigem Anlagehorizont profitieren außerdem von niedrigeren Risiken, da umweltfreundliche Gebäude besser für die Zukunft gerüstet sind.

Finanzprodukte, die in nachhaltige Immobilien investieren, sind daher ein effektives Mittel für Privat- und institutionelle Anleger, die eine finanzielle Rendite sicherstellen und gleichzeitig zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen möchten.

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