Medizintechnikbranche Deutschland: mittelständisch geprägt, hochinnovativ und wachstumsstark

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier
Mai 2020

Medizintechnik aus Deutschland ist weltweit gefragt. Mit einer Exportquote von rund 65 % gehören die deutschen Unternehmen in vielen Bereichen der Medizin zur Weltspitze. Neben einigen großen Industrieunternehmen bilden die rund 1.300 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit ihren 140.000 Mitarbeitern das innovative Rückgrat der Branche. Mehr als 93 % der Betriebe beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter.

Hohe Bedeutung des Auslandsgeschäfts

Im Jahr 2018 konnten die 1.350 deut­schen Medizintechnikhersteller nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Gesamtumsatz von 30,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Das sind 1,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz lag bei 10,5 Milliarden. Euro, das Auslandsgeschäft erreichte einen Wert von 19,8 Milliarden Euro.

Rund 42 % der deutschen Medizintechnikausfuhren gingen im Jahr 2018 in Länder der Europäischen Union und stellen damit eine wichtige Basis für das Branchenwachstum dar. Der Spectaris-Fachverband Medizintechnik rechnet jedoch damit, dass das Umsatzwachstum auf dem europäischen und heimischen Markt durch die neue europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) an Dynamik verlieren wird.

Größte Herausforderungen: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Wichtige Einflussfaktoren für die Medizintechnikbranche sind die zunehmende Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Laut einer Studie und Prognose der Unternehmensberatung Roland Berger und Spectaris werden die Medizintechnikunternehmen im Jahr 2028 alleine mit digitalen Produkten und Dienstleistungen einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erzielen. Aktuell sind es noch 3,3 Milliarden Euro.

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