Neue Projekte für die deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier
September 2021

Der deutsch-französische Ministerrat im Mai war Anlass, um Bilanz über den 2019 unterzeichneten Aachener Vertrag zu ziehen sowie neue Projekte für die deutsch-französische Zusammenarbeit und Europa auf den Weg zu bringen.

Die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bleibt weiterhin prioritär. Der im Januar 2020 ins Leben gerufene Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat konkrete Lösungen für Alltagsprobleme der Bürger vorgelegt. Insbesondere hat er es ermöglicht, ein in der Pandemie sehr nützliches Forum aus zentralen Akteuren der beiden Länder einzurichten.

Zahlreiche Projekte befinden sich weiterhin in der Umsetzungsphase. Darunter das integrierte deutsch-französische Kulturinstitut, das in Palermo (Italien) entsteht, daneben zwei digitale Plattformen, die von ARTE („The European Collection“) sowie von den Medien Deutsche Welle, France Medias Monde und deren europäischen Partnern („ENTR“) entwickelt werden. Darüber hinaus werden neue grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen geprüft: Freiburg – Colmar, Rastatt – Hagenau und Straßburg – Frankfurt Flughafen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat Priorität

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs sind entschlossen, ihre Zusammenarbeit in Europa weiter auszubauen. Sie haben mehrere Projekte wie eine Strategie zur Förderung der Sprache des Partners, die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit, die Entwicklung neuer Webseiten zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege und den Einsatz von Nachtzügen zwischen Frankreich und Deutschland aufgelistet. 

Deutsch-französische Zusammenarbeit zur Schaffung des Europas von morgen

Zudem haben Emmanuel Macron und Angela Merkel die Bedeutung der Konferenz zur Zukunft Europas hervorgehoben. Die deutsch-französische Kooperation dient dazu, zum Ende der Coronakrise ein stärkeres, belastbareres und eigenständigeres Europa zu errichten. Der von Paris und Berlin vor einem Jahr initiierte EU-Wiederaufbauplan hat es erlaubt, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. Die beiden Länder arbeiten ebenfalls am digitalen Wandel und an der Ökowende, den großen Themen der kommenden Jahre.

Frankreich und Deutschland möchten auch dazu beitragen, die medizinische und pharmazeutische Industrie widerstandsfähiger zu machen. Angela Merkel und Emmanuel Macron sowie einige ihrer Minister haben nach dem Treffen des Deutsch-Französischen Ministerrats an einem Dialog mit Verantwortlichen der EU-Institutionen und der Industrie teilgenommen. Sie haben festgestellt, dass die Pandemie Schwächen wie den Mangel an lebensnotwendigen Gütern offenbart hat. Um dem entgegenzuwirken, wollen sie in den kommenden Monaten ein großes Projekt allgemeinen Interesses starten, das allen EU-Mitgliedsstaaten offensteht.

Und das Deutsch-Französische Jugendwerk organisiert im Herbst eine deutsch-französische Konsultation mit 60 bis 80 Jugendlichen aus beiden Ländern.

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