Studie: Ende der Globalisierung würde Wohlstand in Deutschland gefährden

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier
März 2021

Ein Ende der Globalisierung und eine mögliche Aufteilung der Welt in chinesisch und amerikanisch dominierte Blöcke würde für Deutschland fatale Folgen haben. Das ist das Ergebnis einer im Januar veröffentlichten Studie des Forschungs- und Beratungsinstituts Prognos im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

Sollten die Handelskonflikte zwischen den USA und China zu einer dauerhaften Konfrontation führen, könnten der deutschen Wirtschaft beträchtliche Teile ihrer Exporte verloren gehen. Sollte Europa sich einem US-dominierten Block anschließen, könnten damit nach der Prognos-Schätzung 22 % der europäischen Exporte und 30 % der Importe verloren gehen. Eine Annäherung an China und größere Distanz zu den Vereinigten Staaten würde die europäischen Exporte nach Schätzung um 18 % schrumpfen lassen. Und sollte die EU zwischen China und den USA als eigenständige Kraft auftreten, würde das immer noch 12 % der Ausfuhren kosten.

"Eine Deglobalisierung wäre fatal für die hiesige Wirtschaft", resümierte Studienautor Michael Böhmer. Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), warnte vor einer dauerhaften Entfremdung zwischen den USA und Europa. Ein gleich großer Abstand zu den USA und China könne nicht das Ziel sein. Die Europäer seien den USA geschichtlich und kulturell sehr viel näher als China. Russwurm sprach sich für eine starke EU aus, um gemeinsam die europäischen Interessen durchsetzen können. "Wir wären gut beraten, Werbung für die EU zu machen", sagte Russwurm "Jedes Land der EU, auch das starke Deutschland, ist ein Zwerg gegen die beiden großen Antipoden USA und China."

Weitere Informationen: www.vbw-bayern.de und www.prognos.com

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