Studie: Präsenz von Familienunternehmen verhindert Landflucht in Deutschland

Rubrik: Wirtschaft Autor: Jitka Mencl-Goudier
Oktober 2020

Ein starker Mittelstand ist eine stabile Stütze für die ländlichen Regionen in Deutschland. 44,8 % der Beschäftigten sind in den dort ansässigen mittelständischen Firmen tätig. Die Unternehmen, von denen sich viele in Familienhand befinden, sorgen für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die von der Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegeben wurde.

Die Studie untersuchte, wie 215 ländliche Landkreise in Bezug auf Bevölkerungsentwicklung, Innovation, Wohlstand, Arbeitslosigkeit, Ausbildung und kommunale Finanzen abschneiden. Zugleich wurde erfasst, wie hoch der Anteil von Familienunternehmen ist. Um die Bedeutung von Familienunternehmen für eine Region besser untersuchen zu können, konzentrierten sich die Forscher auf größere Firmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern und auf relevante Branchen. 

Demnach nimmt in ländlichen Regionen, in denen es viele Familienunternehmen gibt, die Einwohnerzahl zu und die Abwanderung junger Menschen ist geringer. Wo es überdurchschnittlich viele Familienbetriebe gibt, sind Arbeitslosigkeit und öffentliche Verschuldung im Schnitt niedriger, Lehrstellenangebot, Kaufkraft und Bruttoinlandsprodukt pro Kopf dagegen größer. Zudem gibt es in Kreisen mit vielen Familienunternehmen auch mehr Patentanmeldungen.

Während die Bevölkerung in den Räumen mit höherem Anteil von Familienunternehmen von 2008 bis 2018 im Schnitt um zwei Prozent zulegte, ging sie in Regionen mit unterdurchschnittlichen Familienunternehmensanteilen im Schnitt um rund 2,6 Prozent zurück.

Link zur Studie: https://www.familienunternehmen.de/media/public/pdf/publikationen-studien/studien/Die-Bedeutung-der-Familienunternehmen-fuer-laendliche-Raeume_Studie_Stiftung-Familienunternehmen.pdf

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