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Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie haben sich zwar negativ auf die Wirtschaft ausgewirkt, trotzdem sind der Schutz der Gesundheit und wirtschaftliche Lockerungen kein Widerspruch.

Corona-Pandemie: Steht der Gesundheitsschutz im Gegensatz zu den Interessen der Wirtschaft?

Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie haben sich zwar negativ auf die Wirtschaft ausgewirkt, trotzdem sind der Schutz der Gesundheit und wirtschaftliche Lockerungen kein Widerspruch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ifo Instituts und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI).

Die beiden Institute empfehlen einen umsichtigen, schrittweisen Öffnungsprozess, um ein Anwachsen der Infektionen bei zunehmenden Lockerungen zu begrenzen. Ausgehend vom Status quo der vor dem 20. April 2020 geltenden Maßnahmen, zeigen die epidemiologischen und ökonomischen Simulationen, dass eine leichte, stufenweise Lockerung der Shutdown-Maßnahmen geeignet ist, die ökonomischen Kosten zu reduzieren, ohne die medizinischen Ziele zu gefährden. Deutlichere Lockerungen seien sowohl unter gesundheitlichen als auch unter ökonomischen Aspekten nicht zu empfehlen. Auch sei die Politik gefordert, Maßnahmen wie deutlich verstärktes Testen voranzutreiben, die das Ansteigen der Neuinfektionen bei zunehmenden Lockerungen beschränken. Diese Maßnahmen sind unentbehrlich, um die gesundheitlichen Folgen und wirtschaftlichen Kosten der Pandemie zu begrenzen.

Eine Verschärfung der Maßnahmen würde in jedem Szenario größere volkswirtschaftliche Kosten verursachen. Eine Reproduktionszahl von 0,5 würde zusätzliche volkswirtschaftliche Kosten von 1,1 % der Wirtschaftsleistung von 2020 und 2021 verursachen, was 77 Milliarden Euro entspricht. Sollte die Reproduktionszahl auf 0,1 sinken, würde dies volkswirtschaftliche Kosten von 4,2 % oder 277 Milliarden Euro auslösen.

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
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