Pôle Franco-Allemand > Gesellschaft > Urbanisierung und Einfluss auf das Wohnen der Zukunft

Im Zuge des globalen Bevölkerungswachstums werden immer mehr Menschen in Städten wohnen.

Urbanisierung und Einfluss auf das Wohnen der Zukunft

Im Zuge des globalen Bevölkerungswachstums werden immer mehr Menschen in Städten wohnen. 1950 lebte weniger als ein Drittel der Weltbevölkerung in Städten, im Jahr 2007 waren bereits mehr als 50% aller Menschen Stadtbewohner. Laut einer Forschungsinitiative des Vereins der Ingenieure (VDI) sollen bis 2050 mehr als Dreiviertel der Weltbevölkerung ihren Lebensmittelpunkt in Städten haben. In Deutschland ist dieser Grad der Urbanisierung mit 77% bereits erreicht, in Frankreich sind es sogar über 80%. (Quelle: Statista)


Urbanisierung und Wohntrends von morgen

Die Zusammenführung der Lebensbereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit und die fortschreitende Digitalisierung sind schon heute Bestandteil des weltweiten Urbanisierungstrends und beeinflussen die Wohntrends in den Metropolen. Flexible Wohnformen sind immer stärker gefragt. Eine zunehmende Flexibilität bei Grundrissen oder der Möblierung und Innenausstattung zeigt sich auch als Antwort auf eine gesteigerte Mobilität und stärker wechselnde Lebensbedingungen.


Trends Co-Living und Co-Working

Der Wohntrend Co-Living ist, ähnlich wie die Co-Working Spaces, auf das Teilen von Wohn- und Arbeitsraum ausgerichtet. In möblierten Wohngemeinschaften mit hohem Standard leben und arbeiten Menschen zusammen. Dieser Immobilientyp lockt zunehmend digital arbeitende Freiberufler und Gründer in die Ballungsräume, die eine Hybridform aus Arbeits- und Wohnraum suchen.

Co-Working ist eine neue Arbeitsform, die mit der Digitalisierung und dem Trend zum flexiblen Arbeiten zunehmen wird. In offenen, großen gestalteten Räumen können Freelancer, Start-Ups, Selbstständige und Kreative ihre Arbeitsplätze zeitlich flexibel in Büros anmieten, dort zusammenarbeiten und gleichzeitig unabhängig agieren. Laut einer Studie von Catella Research befinden sich in diesem Jahr rund 25% der flexiblen Workspaces in Europa. Allein in Deutschland existieren rund 1.000 flexible Workspaces.


Trend Micro-Living und Wohnen auf Zeit

Der Trend Micro-Living begeistert vor allem Millenials. Viele junge Fachkräfte wohnen nur für wenige Monate in einer Stadt, um dann für das nächste Projekt umzuziehen. So wird in Metropolen bereits mit dieser neuen Form der Wohnimmobilie experimentiert. Möblierte Wohneinheiten mit wenigen Quadratmetern werden durch Gemeinschaftsräume wie Küche oder Lounge ergänzt. Bisher wird das Konzept vorwiegend von Studenten nachgefragt, in Zukunft dürften Micro-Apartments in Toplagen aber auch für andere Mietergruppen wie Berufspendler interessant werden.

Laut einer Studie von „Union Investment“ und „bulwiengesa“ sind beim Trend Micro-Living vor allem Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande Spitzenreiter, da sie vor allem in Großstädten bereits etablierte Micro Living-Märkte aufweisen.


Trend Smart Home

Künftig nimmt auch die technische Ausstattung von Immobilien einen größeren Stellenwert ein. Unter dem Stichwort ‚Smart Home’ werden dabei die unterschiedlichsten digitalen Helfer zusammengefasst, die nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch die Energieeffizienz und die Sicherheit erhöhen können. Aber auch abseits der Gebäudeautomation gewinnt hochmoderne Haustechnik an Bedeutung.


Neue Konzepte für Seniorenimmobilien

Laut einer Schätzung der EU wird der Anteil älterer Menschen ab 65 Jahre in Europa bis 2080 auf 30% gestiegen sein. In der Stadt der Zukunft müssen für diese Generation passende Immobilienkonzepte entwickelt werden, die seniorengerechtes Wohnen in verschiedenen Formen ermöglichen,wie zum Beispiel Pflegeimmobilien und barrierefrei gestaltete Wohnungen. Zunehmend rücken auch Mehrgenerationenhäuser in den Fokus. Hier sind Objekte gefragt, die sich dank modularer Wohneinheiten je nach Lebenssituation erweitern oder verändern lassen.

 

© shutterstock.com

Autor: Jitka Mencl-Goudier


Teilen Sie diesen Beitrag