Unser Netzwerk im Fokus: Der neueste Artikel des Pôle Franco-Allemand stellt die Koordinierungsstelle Defense & Security unseres Netzwerkpartners gwSaar vor und beleuchtet zugleich die Strategie der SaarLB im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft.

Unser Netzwerk im Fokus: Der neueste Artikel des Pôle Franco-Allemand stellt die Koordinierungsstelle Defense & Security unseres Netzwerkpartners gwSaar vor und beleuchtet zugleich die Strategie der SaarLB im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft.

Neue Dynamik für die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft im Saarland

Die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft gewinnt im Saarland deutlich an Bedeutung. Mit der Koordinierungsstelle Defense & Security bei der gwSaar und dem Defense Economy Hub Saarland entstehen neue Strukturen, um Wirtschaft, Forschung, Politik, Verwaltung und Bundeswehr miteinander zu verbinden. Ziel ist es, Unternehmen beim Zugang zum Markt der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft zu unterstützen. Gleichzeitig schafft die SaarLB – die deutsch-französische Bank – die finanziellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation.

Koordinierungsstelle Defense & Security der gwSaar als zentrale Anlaufstelle

Die gwSaar – Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH – begleitet Unternehmen bei Investitions- und Ansiedlungsvorhaben im Saarland. Ihr Angebot reicht von der Standortsuche und Flächenvermittlung über Unterstützung bei der Beantragung von Genehmigungen und Fördermitteln bis hin zur Einbindung in nationale und internationale Netzwerke. Diese Erfahrung bringt die gwSaar nun auch in den Aufbau des saarländischen Defense- & Security-Standorts ein.

Das Defense- & Security-Team der gwSaar unterstützt saarländische Unternehmen beim Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft, begleitet Kooperationsvorhaben und spricht Unternehmen der Branche gezielt auf Ansiedlungs- und Erweiterungspotenziale im Saarland an. Im Fokus stehen insbesondere industrielle Kompetenzen aus Maschinenbau, Automotive, IT, Sensorik, Material- und Produktionstechnologie. Ziel ist es, diese Kompetenzen sichtbar zu machen und Dual-Use-Potenziale¹ zu erschließen. Zugleich bringt das Team Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Stellen, Bundeswehr und weitere Partner aus dem Verteidigungsbereich zusammen und unterstützt bei regulatorischen Fragestellungen.

Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit sind Branchenveranstaltungen und Netzwerkformate. So ist das Team der gwSaar auf nationalen und internationalen Fachmessen präsent, darunter die Enforce Tac in Nürnberg und die Eurosatory in Paris. Dort werden Kontakte zu Unternehmen, Investoren, Verbänden und öffentlichen Auftraggebern aufgebaut und konkrete Kooperations- und Ansiedlungsmöglichkeiten ausgelotet.

Defense Economy Hub Saarland verbindet Akteure

Ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse setzte im Juni der bereits zweite „Runde Tisch Rüstung“ im Haus der Wirtschaftsförderung in Saarbrücken. Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Industrie, Mittelstand, Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Kammern und Förderinstitutionen kamen zusammen. Im Mittelpunkt stand der Defense Economy Hub Saarland als Plattform für Vernetzung, Kooperation und Technologietransfer zwischen den Akteuren der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft.

„Unser Team ist Teil dieser Initiative und treibt gemeinsam mit der IHK Saarland, dem Wirtschaftsministerium, der Staatskanzlei und weiteren Partnern das Thema Defense & Security im Saarland voran“, erklärt Felix Graf von Hardenberg, Director Defense & Security bei der gwSaar. „Dabei geht es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um den systematischen Aufbau belastbarer Strukturen für sicherheits- und verteidigungsrelevante Wertschöpfung.“

Saarland als attraktiver Standort

„Das Saarland ist ein attraktiver Standort für die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft“, betont Felix Graf von Hardenberg. „Wir verfügen über eine starke industrielle Basis, über kurze Wege zwischen Wirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung und über eine besondere Lage im Herzen Europas. Die Nähe zu Frankreich, Luxemburg und wichtigen NATO-Standorten ist ein zusätzlicher Standortvorteil.“

Auch die Forschungslandschaft des Saarlandes ist ein wichtiger Standortfaktor. So leisten beispielsweise zahlreiche Forschungseinrichtungen und Institute im Umfeld der Universität des Saarlandes wichtige Beiträge in Bereichen wie IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz, Sensorik und resilienten Systemen. Diese Kompetenzen sind auch für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen von hoher Bedeutung.

Industriell verfügt das Saarland über starke Anknüpfungspunkte. Mit Diehl Defence, dem deutsch-französischen Rüstungsunternehmen KNDS und der bundeseigenen HIL Heeresinstandsetzungslogistik sind wichtige Akteure der Verteidigungsindustrie im Saarland präsent. Hinzu kommen zahlreiche mittelständische Unternehmen, deren Kompetenzen für sicherheits- und verteidigungsrelevante Lieferketten interessant sein können.

Herausforderungen für saarländische Unternehmen

„Die Verteidigungsindustrie wird nicht für jedes Unternehmen der Automobilzulieferindustrie das rettende Ufer sein“, sagt gwSaar-Director von Hardenberg. „Der Markteintritt ist anspruchsvoll. Es gibt strenge Sicherheits- und Geheimschutzanforderungen, Zertifizierungen und Qualitätsstandards. Hinzu kommen lange Vorlaufzeiten, besondere Anforderungen an Lieferketten und eine hohe Investitionsintensität. Wer diesen Weg geht, braucht Ausdauer, Kapital und belastbare Partner.“

Dass der Einstieg gelingen kann, zeigt exemplarisch Fuchs Werkzeug- und Maschinenbau: „Der Mittelständler aus Lebach ist ein gutes Beispiel dafür, wie industrielle Kompetenz aus dem Saarland Eingang in anspruchsvolle Lieferketten der Verteidigungswirtschaft finden kann“, so Graf von Hardenberg.

Strategie der SaarLB

An dieser Stelle setzt das Finanzierungskonzept der SaarLB an: „Die strategische Neuausrichtung hin zur Verteidigungsindustrie nimmt im Durchschnitt 24 bis 36 Monate in Anspruch“, erklärt Frank Eloy, Vorstandsmitglied bei der SaarLB. „Während dieser Transformationsphase ermöglichen wir die notwendigen Investitionen in Zertifizierungen und Produktionsmittel, indem wir bedarfsgerechte Finanzierungen bereitstellen.“ Der Fokus liegt dabei auf OEMs² und deren Zulieferbetrieben, vorwiegend in den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz sowie den französischen Regionen Grand Est und Auvergne-Rhône-Alpes. „Um dieses Vorhaben voranzutreiben sind wir im stetigen Austausch mit deutschen sowie französischen Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie. Dafür ist die SaarLB regelmäßig auf internationalen Messen für Sicherheit und Verteidigung vertreten, zuletzt auf der Eurosatory in Paris“, erläutert Eloy.

Ausblick

Der Aufbau der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft im Saarland ist ein langfristiges Vorhaben. Mit dem Defense Economy Hub Saarland, der Koordinierungsstelle Defense & Security bei der gwSaar und Partnern wie IHK Saarland, SaarLB, Landesregierung und Bundeswehr entstehen dafür belastbare Strukturen.

Das Saarland hat die Chance, vorhandene industrielle Stärken gezielt in neue sicherheits- und verteidigungsrelevante Wertschöpfung zu übersetzen — durch Vernetzung, Kooperation, Innovation und Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte.

¹Dual-Use-Potenziale beschreiben die doppelte Verwendbarkeit von Technologien, Gütern oder Forschungsergebnissen für zivile und militärische Zwecke.

²OEMs (Original Equipment Manufacturer) sind Unternehmen, die komplette Waffensysteme, Fahrzeuge oder Flugzeuge entwickeln, montieren und als Endprodukte unter eigenem Markennamen vertreiben.

Autor: Carlo Brück
Quelle: https://www.magnific.com/free-photo/army-recruit-examines-satellite-reconnaissance-system-world-map_373772722.htm

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