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In vielen mittelständischen Unternehmen in Deutschland steht in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an.

KfW-Umfrage: Drei Viertel der deutschen KMU beurteilt die Nachfolgeregelung als problematisch

In vielen mittelständischen Unternehmen in Deutschland steht in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an. Bis Ende 2025 streben 16 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine Nachfolgelösung an. Nach einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels wird dies vielen Unternehmen nicht gelingen.

Von den deutschen KMU, die grundsätzlich eine Nachfolge anstreben (39 % aller KMU), sehen 73 % das Finden eines passenden Nachfolgenden als Hindernis. Und für knapp 40 % der KMU ist der Kaufpreis eine wesentliche Hürde. Ein Viertel der Unternehmen sieht (steuer)rechtliche und bürokratische Hindernisse.

Mangel an Kandidaten und geringes Gründungsinteresse belastet Generationswechsel

Bei einer externen Nachfolgelösung scheinen die Hemmnisse insgesamt ausgeprägter zu sein. Aufgrund fehlender Vorbereitung und konkreter Nachfolgesuche droht etwa 165.000 KMU bis Ende 2025 eine unfreiwillige Stilllegung oder eine erhebliche Verzögerung.

Grundlegendes Problem bei der Suche nach einer Unternehmensnachfolge ist der demografisch begründete Mangel an geeigneten Nachfolgekandidaten. Die Knappheit von Nachfolgerinnen und Nachfolgern wird mehr als doppelt so oft genannt wie die zweithöchste: die Einigung auf einen Kaufpreis.

Die Nachfolgelücke entsteht aber auch durch ein seit Jahren geringes Gründungsinteresse. Viele Menschen ziehen die aktuell attraktiven Beschäftigungsmöglichkeiten der Selbständigkeit vor. Die Gründungszahlen sind laut KfW-Gründungsmonitor seit Jahren auf dem Tiefpunkt. Diese Situation hat sich durch die Corona-Krise noch verschärft.

Link zur Umfrage: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2022/Fokus-Nr.-386-Juni-2022-Nachfolge.pdf

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
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