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Die Europäer sehen den Krieg in der Ukraine als Chance, den energetischen und ökologischen Wandel zu beschleunigen, haben aber wenig Vertrauen in ihre Staats- und Regierungschefs, schnell zu handeln, so eine im Oktober veröffentlichte Umfrage.

Klima und Energiewende: Deutsche und Franzosen haben wenig Vertrauen in ihre Staats- und Regierungschefs

Die Europäer sehen den Krieg in der Ukraine als Chance, den energetischen und ökologischen Wandel zu beschleunigen, haben aber wenig Vertrauen in ihre Staats- und Regierungschefs, schnell zu handeln, so eine im Oktober veröffentlichte Umfrage.

Dies geht aus der jüngsten Umfrage EIB Climate Survey (Ausgabe V) der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Zusammenarbeit mit der Fondation Jean-Jaurès und BVA Opinion hervor, bei der 25 000 Personen in Europa, Großbritannien, den USA und China befragt wurden.

Die Franzosen halten die Maßnahmen der öffentlichen Hand für zu langsam

Trotz der Energiekrise und der Inflationswelle sieht fast die Hälfte der befragten Franzosen (47 %) den Klimawandel als größte Herausforderung für das Land an. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist bei den über 65-Jährigen am stärksten ausgeprägt (15 Prozentpunkte mehr).

87 % der befragten Franzosen halten die Maßnahmen der öffentlichen Hand für zu langsam, und nur 39 % glauben, dass es Frankreich gelingen wird, seine CO2-Emissionen bis 2030 deutlich zu senken.

Die Mehrheit der Franzosen (71 %) sind der Meinung, dass der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise den Übergang zu einer grünen Wirtschaft beschleunigen sollten (im Vergleich zu 66 % im europäischen Durchschnitt).

Bei der Frage nach den vorrangig zu ergreifenden Maßnahmen erwarten 41 % der Befragten, dass die Behörden ihre Anstrengungen zunächst auf die Entwicklung erneuerbarer Energien richten, anstatt auf die Diversifizierung der Energieversorgung (35 %).

Angesichts der hohen Energiepreise ist ein Großteil der Franzosen (43 %) der Meinung, dass die Behörden kurzfristig die energiebezogenen Steuern senken sollten. Andere Maßnahmen scheinen weniger populär zu sein: Nur 26 % halten eine Deckelung oder Regulierung der Gas-, Öl- und Kohlepreise für eine gute Idee, während 11 % der Meinung sind, dass die Behörden Energiegutscheine verteilen sollten.

Klima und Umwelt sind die größten Sorgen der Deutschen

Im letzten Jahr war die Covid-19-Pandemie die größte Bedrohung für die Deutschen, nun stehen Klima und Umwelt an erster Stelle. Insgesamt 65% der Befragten zählen einen dieser Punkte oder beide zu ihren Hauptsorgen, was 13 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt liegt. Ebenso viele machen sich aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen Sorgen, zum Beispiel wegen steigender Lebenshaltungskosten (64 %). Das ist ein Anstieg um 28 Prozentpunkte.

Gleichzeitig sind 84 % der Deutschen der Meinung, dass die Regierung zu langsam handelt. Nur 27% glauben, dass es Deutschland gelingen wird, seine CO2-Emissionen bis 2030 deutlich zu senken.

Auf die Frage, welche Maßnahmen für ihr Land Priorität haben sollten, reagieren die Deutschen gespaltener als die Bevölkerung in anderen europäischen Nationen. 39 % der Befragten erwarten von ihrer Regierung, dass sie sich stärker auf die Diversifizierung der Energieversorgung konzentriert. 38 % möchten der Entwicklung erneuerbarer Energien Vorrang einräumen.

Was schließlich die Frage der hohen Energiepreise betrifft, so sind 42 % der Deutschen der Meinung, dass die Regierung die Energiesteuern kurzfristig senken sollte. Andere Maßnahmen sind weniger populär: Nur 30 % halten eine Deckelung oder Regulierung der Preise für Gas, Öl und Kohle für eine gute Idee.

Link: https://www.bva-group.com/sondages/europeens-changement-climatique-banque-europeenne-dinvestissement-bva-10/

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
© shutterstock.com


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