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Wann Deutschland und Frankreich mit ihrer Wirtschaftsleistung wieder ihr jeweiliges Vorkrisenniveau erreichen werden, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie ab.

Konjunkturprognose Deutschland und Frankreich: Der Ausblick für 2021

Wann Deutschland und Frankreich mit ihrer Wirtschaftsleistung wieder ihr jeweiliges Vorkrisenniveau erreichen werden, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie ab. Der Start der Corona-Schutzimpfungen nährt allerdings die Hoffnung auf eine deutliche Konjunkturerholung in beiden Ländern. Deutschland mit seinem starken Industriesektor könnte insgesamt etwas schneller aus der Krise herauskommen als sein dienstleistungsorientiertes Nachbarland. Wie sieht die Konjunkturprognose für Deutschland und Frankreich in diesem Jahr aus?


Rund 4 % Wirtschaftswachstum in Deutschland prognostiziert

KfW Research erwartet für 2021 ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von rund 4 % nach einem Rückgang von 5,3 % im Jahr 2020. Bis Ende des Jahres könnte das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Auch das Ifo-Institut geht in diesem Jahr von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,2 %.

Doch die wirtschaftliche Erholung könnte später kommen und schwächer ausfallen. Besonders betroffen sind die Gastronomie, die Kultur- und Veranstaltungsbranche sowie der Einzelhandel in den Innenstädten. Die Verzögerung der wirtschaftlichen Erholung hat aber auch positive Effekte. Für 2022 erhöht das Ifo-Institut seine Konjunkturprognose von 1,7 auf 2,5 %.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht das Ifo-Institut keine Anzeichen für eine deutliche Erholung und rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote in Deutschland auf dem derzeit hohen Niveau von 5,9 % verbleibt.


Erholung im deutschen Außenhandel hält an

Positive Signale kommen hingegen aus dem deutschen Außenhandel. Im November wuchsen die Exporte um immerhin 2,2 % im Vergleich zum Vormonat und erreichten ein Volumen von fast 112 Milliarden Euro. Es war der siebte Anstieg in Folge seit Ausbruch der Corona-Krise.

Allerdings entwickeln sich die Handelsbeziehungen zu den verschiedenen Partnern sehr unterschiedlich. Während der Handel mit China einen Aufschwung erfährt, schwächelt er mit den USA und der EU. (Bundesverband für Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, BGA).


Frankreich: Wirtschaftswachstum von 5 % prognostiziert

Für 2021 rechnet die Deutsche Bank in Frankreich mit einer Wachstumserholung, die noch stärker ausfallen könnte als in Deutschland. Sollte sich die Corona-Epidemie fortsetzen und die Impfungen erst Ende des Jahres abgeschlossen sein, rechnet die französische Zentralbank Banque de France mit einem Wachstum des BIP von 5 % in diesem und im nächsten Jahr. Das nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien Insee prognostiziert im 1. Quartal ein Wachstum des BIP von 3 % und im 2. Quartal von 2 %. Das Niveau der Geschäftstätigkeit von Ende 2019 dürfte demnach erst Mitte 2022 erreicht werden.


Arbeitslosenquote in Frankreich dürfte auf 11 % steigen

Nach Schätzungen der Banque de France dürften in diesem Jahr 350.000 Arbeitsplätze aufgrund der Corona-Krise zerstört werden. Nach 9 % Ende 2020 könnte die Arbeitslosenquote in Frankreich in diesem Jahr auf 11 % steigen. Dies zeigen Prognosen von Insee und Banque de France.

Auch das Niveau der französischen Exporte dürfte sich mittelfristig verschlechtern, denn die traditionell starken Branchen der Tourismus- und Luftfahrtindustrie sind weiterhin von der Krise betroffen und den damit einhergehenden Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren- und Reiseverkehr. Die Banque der France schätzt, dass die französischen Exporte ihr Vorkrisenniveau nicht vor dem 2. Halbjahr 2023 erreichen werden.

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
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