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Auch wenn Frankreich nicht mehr das wichtigste Exportland für Deutschland ist, behauptet es sich angesichts unsicherer globaler Lieferketten als stabiler Markt für deutsche Exporte.

Frankreich bleibt bedeutender Absatzmarkt für deutsche Exporte

Auch wenn Frankreich nicht mehr das wichtigste Exportland für Deutschland ist, behauptet es sich angesichts unsicherer globaler Lieferketten als stabiler Markt für deutsche Exporte. Davon profitieren auch mittelständische Unternehmen in Deutschland.

Die Corona-Pandemie und der strikte Lockdown in Frankreich ab März 2020 hatten den Handel mit Deutschland zwar kurzfristig stark gebremst, doch ein Jahr später legten die deutschen Ausfuhren nach Frankreich bereits wieder kräftig zu. Laut Eurostat importiere Frankreich im Jahr 2020 Waren im Wert von 172,2 Milliarden Euro. 17,4 Prozent stammten aus Deutschland. Destatis zufolge lag Frankreich damit auf Rang 3 der wichtigsten deutschen Absatzmärkte, nach den USA und China. Als drittwichtigstes Zielland deutscher Exporte ist Frankreich aber nach wie vor ein bedeutender Markt. Dies belegen nicht zuletzt die Zahlen der deutschen Ausfuhren nach Frankreich im vergangenen Jahr. Sie legten um 12,6 % auf 102,3 Milliarden Euro zu.

Neue Absatzmöglichkeiten für deutsche Unternehmen erwartet

Viele deutsche Unternehmen sind seit Jahrzehnten im Nachbarland vertreten. Laut einer Studie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer (AHK Frankreich) unter deutschen Unternehmen in Frankreich, sind die deutschen Niederlassungen zuversichtlich, was den Außenhandel mit Frankreich angeht. Insgesamt interagieren über 4 500 deutsche Unternehmen mit der französischen Wirtschaft.

Experten von Germany Trade Invest (GTAI) rechnen damit, dass die aktuellen Umwälzungen durch Klimawandel und Digitalisierung zukünftig neue Absatzmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Frankreich eröffnen werden und sich diese in den kommenden Jahren noch verstärken werden. Hauptgründe dafür seien gleiche Herausforderungen wie Demografie, Digitalisierung, Energie- und Klimawende. Gleichzeitig führe die wachsende Unsicherheit in globalen Lieferketten zum Teil zu einer Neuausrichtung und einer stärkeren Regionalisierung von Lieferbeziehungen. Nicht zuletzt dürfte die französische Reindustrialisierungspolitik dazu führen, dass französische Firmen auch zukünftig stark auf deutsche Zulieferungen zurückgreifen werden.

Deutschland und Frankreich setzen auf intensiven Handelsaustausch und bilaterale Lieferketten

Die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und Frankreich sind sehr vielfältig. Vor allem in den Branchen Chemie, Kfz sowie Flugzeugbau spielt der Handelsaustausch eine wichtige Rolle, nicht zuletzt auch, weil deutsche Unternehmen Fabriken in Frankreich unterhalten. Gleichzeitig ist Frankreich in vielen Maschinenkategorien der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer. Diese Lieferketten haben sich laut GTAI in den letzten Jahren verstärkt und dürften sich im Zuge der Regionalisierung weiter positiv entwickeln.

Die bilateralen Lieferketten sind für beide Länder sehr wichtig, vor allem innerhalb der eng verknüpften Branchen Flugzeugbau und Kfz-Industrie. So beliefern etwa große französische Kfz-Teilezulieferer vornehmlich deutsche Premium-Kfz-Hersteller. Diese engen Beziehungen dürften laut GTAI im Rahmen der Elektrifizierung der Kfz-Industrie und der Klimawende im Flugzeugbau weiter eine wichtige Rolle spielen.

Weitere Informationen:

https://www.gtai.de/de/trade/frankreich/wirtschaftsumfeld/der-verlaessliche-markt-nebenan-798486

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
© shutterstock.com


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