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Die Corona-Krise hat die Investitionslaune des deutschen Mittelstands erheblich gedämpft.

KfW-Studie: Warum im deutschen Mittelstand weniger investiert wird

Die Corona-Krise hat die Investitionslaune des deutschen Mittelstands erheblich gedämpft. Noch nie haben so viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre ursprünglichen Investitionspläne nicht umgesetzt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von KfW Research, einem Analysehaus, das zur Förderbank KfW gehört.

Die Neuinvestitionen gingen demnach 2020 um rund 14 Milliarden auf 173 Milliarden Euro zurück. Parallel dazu verloren die mittelständischen Investitionen auch kontinuierlich an Bedeutung für das gesamte Investitionsgeschehen im deutschen Unternehmenssektor. Ihr Anteil ist seit 2008 von 49 % auf 42 % gesunken.

Sinkende Investitionsbereitschaft bei älteren Unternehmensinhabern

Während im langjährigen Mittel (2004 bis 2020) etwa 57 % der jüngeren Inhaber unter 40 Jahren Investitionen vornahmen, sinkt dieser Anteil bei den älteren Firmenchefs (über 60 Jahre) auf nur noch 36 %. Zudem investieren jüngere Firmenchefs einen größeren Anteil ihres Gesamtvolumens in Kapazitätserweiterungen (50 % gegenüber 20 %).

Das Durchschnittsalter eines Inhabers im Mittelstand liegt aktuell bei 52,8 Jahren. In den letzten zehn Jahren ist dieser Wert um drei Jahre gewachsen, seit 2002 sogar um acht Jahre. Zum damaligen Zeitpunkt waren gerade einmal 20 % der Firmenchefs 55 Jahre oder älter. Aktuell ist es mit einem Anteil von 50 % bereits jeder Zweite.

Darüber hinaus blockiert laut KfW Research auch die Frage nach der Unternehmensnachfolge die Investitionsfreude im deutschen Mittelstand. Je näher der Zeitpunkt der geplanten Nachfolge rückt, desto seltener werden Investitionen angegangen. Ungeklärte Nachfolgen drückten das Investitionsniveau zusätzlich.

Link zur Studiehttps://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2021/Fokus-Nr.-357-November-2021-Investitionshemmnisse.pdf

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
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