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Das jüngste von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ex-Ernst & Young) erstellte Attraktivitätsbarometer für Frankreich zeigt, dass das Land auch im Jahr 2021 seine europäische Führungsposition behauptet.

Ausländische Investitionen: Frankreich bleibt führend in Europa

Das jüngste von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ex-Ernst & Young) erstellte Attraktivitätsbarometer für Frankreich zeigt, dass das Land auch im Jahr 2021 seine europäische Führungsposition behauptet.

56 % der zwischen März und April dieses Jahres von den EY-Experten befragten ausländischen Führungskräfte, deren Unternehmen in Frankreich angesiedelt sind, äußerten die Absicht, ihre Aktivitäten in Frankreich im Laufe des nächsten Jahres auszuweiten. 2019 waren dies noch 16 % der wirtschaftlichen Entscheidungsträger – gegenüber 44 % im Jahr 2021. Diese Perspektive dürfte dazu beitragen, dass Frankreich auch im nächsten Barometer seinen Status als europäischer Spitzenreiter bei den Auslandsinvestitionen behält.

Frankreich vor Großbritannien und Deutschland

Aufgrund dieser Ergebnisse bleibt Frankreich im dritten Jahr in Folge das attraktivste Land Europas für ausländische Investitionen. Die Folgeplätze belegen das Vereinigte Königreich mit 993 Projekten und Deutschland mit 841 Projekten.

Frankreich verzeichnete 1.222 getroffene Entscheidungen über Ansiedlungen oder Erweiterungen von Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Dies stellt im Vergleich zu 2020 einen Anstieg um 24 % dar. Europa genießt weiterhin das Vertrauen ausländischer Investoren. 63 % sind der Ansicht, dass Europa trotz der derzeitigen geopolitischen Spannungen nach wie vor in der Lage ist, seine Attraktivität zumindest auf Sicht von drei Jahren zu verbessern.

In Frankreich hat die Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2021 wieder ordentlich an Fahrt aufgenommen – unterstützt durch die staatlichen Fördermaßnahmen und angekurbelt von den 20.000 ausländischen Investoren, die bereits in allen Landesteilen präsent sind. Sie beschäftigen 2,3 Millionen Personen, machen 20 % des Gesamtumsatzes der französischen Wirtschaft aus sowie über 14 % der Unternehmensinvestitionen und nahezu ein Drittel der Exporte.

Diese Dynamik wird auch in den von Business France im März veröffentlichten Zahlen im „Bilan de l’investissement international créateur d’emplois“ (Bilanz der Arbeitsplätze schaffenden internationalen Investitionen) erkennbar. Demnach wurden im Jahr 2021 in Frankreich 1.607 Investitionsvorhaben (+32 % im Vergleich zu 2020) realisiert, die zur Schaffung oder Erhaltung von 45.008 Arbeitsplätzen (+30 % im Vergleich zu 2020) beigetragen haben.

Weniger geschaffene Stellen pro Investitionsvorhaben in Frankreich

Allerdings wurden in Frankreich im Durchschnitt weniger Arbeitsplätze (38) je Investitionsvorhaben geschaffen als in Deutschland (45), vor allem aber weniger als in Großbritannien (65).

In Europa stieg die Zahl der geplanten Ansiedlungen oder Erweiterungen auf 5.877. Das ist ein Plus von 5 % gegenüber 2020. Diese Zahl liegt aber immer noch 12 % unter dem 2017 aufgestellten Rekordwert. „Die Schäden infolge der Gesundheitskrise wurden noch nicht beseitigt“, so die Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Die europäischen Länder, darunter auch Frankreich, mussten ihre Pläne überarbeiten, um diese Krise zu bestehen. Es ist aber festzustellen, dass die Konjunkturprogramme ihre Wirkung entfaltet haben.

Auf der anderen Seite sind mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine zu den technologischen, ökologischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geopolitische Spannungen hinzugekommen, die es seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben hat. Von nun an ist es nicht mehr ausreichend, sich nur den einfachen Herausforderungen der Wettbewerbsfähigkeit zu stellen. Nachhaltige Entwicklung und Souveränität – insbesondere in technologischer und energetischer Hinsicht – stellen für Frankreich und seine europäischen Partner angesichts der großen Machtblöcke USA und China ebenso wichtige Prioritäten dar.

Mit dem Krieg in der Ukraine kommt ein weiterer Schock hinzu, der die Erholung der ausländischen Investitionen in Europa gefährdet. 79 % der vor dem 1. März befragten Unternehmen hatten zunächst die Absicht, im Folgejahr in Europa zu investieren. Dieser Anteil sank jedoch bei den nach dem 1. März befragten Unternehmen auf 48 %.

Link: https://www.ey.com/fr_fr/attractiveness/barometre-de-l-attractivite-de-la-france/barometre-de-l-attractivite-de-la-france-2022

 

Autor: Jitka Mencl-Goudier
© shutterstock.com


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